Symptome
- Tasten, die im Sommer klemmen, langsam zurückkommen oder sich schwerer anfühlen
- Die Tonhöhe steigt, und das Klavier verstimmt sich kurz nach dem Stimmen
- Rost an Saiten, Stimmwirbeln oder anderen Metallteilen
- Muffiger Geruch, Schimmelflecken oder aufgequollenes Furnier am Gehäuse
- Ein gedämpfter Klang oder ein träger, weniger direkter Anschlag
Mögliche Ursachen
Aufgequollene Tastengarnierungen
Die Tuchgarnierungen, die jede Taste führen, nehmen Feuchtigkeit auf und schließen sich enger um die Führungsstifte, sodass Tasten klemmen oder langsam hochkommen.
Quellender Resonanzboden
Ein feuchter Resonanzboden drückt gegen die Saiten und erhöht ihre Spannung, sodass das Klavier ungleichmäßig über den Tonumfang zu hoch wird.
Korrosion von Metallteilen
Ständige Feuchtigkeit, besonders salzhaltige Meeresluft, lässt Saiten und Stimmwirbel rosten. Rostige Saiten klingen dumpf und reißen beim Stimmen leichter.
Aufgequollene Mechanikfilze
Filze in der gesamten Mechanik und die Hämmer saugen Feuchtigkeit auf, was die Reibung erhöht und den Klang der Hämmer dämpft.
Was Sie gefahrlos selbst prüfen können
- 1Stellen Sie ein digitales Hygrometer neben das Klavier und lesen Sie es eine Woche lang morgens und abends ab; ideal sind 40–50 % relative Luftfeuchtigkeit.
- 2Lassen Sie an feuchten Tagen im Klavierzimmer einen Luftentfeuchter oder den Entfeuchtungsmodus der Klimaanlage laufen, bei geschlossenen Türen und Fenstern.
- 3Stellen Sie das Klavier weg von Außenwänden, Fenstern, Küche und Bad und halten Sie es aus direktem Seewind fern.
- 4Lassen Sie Deckel und Tastenklappe geschlossen, wenn Sie nicht spielen, damit weniger Feuchtigkeit eindringt.
- 5Leuchten Sie mit einer Taschenlampe auf Saiten und Stimmwirbel und suchen Sie nach orangefarbenem Rost oder weißem Schimmel.
Was Sie nicht tun sollten
- Sprühen Sie kein WD-40 und kein Öl in die Mechanik oder auf die Saiten; es ruiniert den Filz und zieht Schmutz an.
- Trocknen Sie das Klavier nicht schnell mit Heizlüfter oder Föhn; schnelles Trocknen kann den Resonanzboden reißen lassen und Leimverbindungen lösen.
- Legen Sie keinen Reis, kein Salz und keine Feuchtigkeitsabsorber ins Klavier; sie können verschüttet werden und auslaufen.
Selbst beheben oder Profi rufen
Das schaffen Sie meist selbst
- Luftfeuchtigkeit messen und einen Luftentfeuchter betreiben
- Das Klavier an eine Innenwand stellen
- Den Deckel geschlossen halten und das Gehäuse trocken wischen
- Eine einzelne Taste, die nur an sehr feuchten Tagen klemmt
Klavierbauer rufen
- Mehrere Tasten klemmen oder kommen langsam zurück
- Sichtbarer Rost an Saiten oder Stimmwirbeln
- Schimmel im Gehäuse oder an den Hämmern
- Ein Klavier, das die Stimmung nicht länger als ein paar Wochen hält
Was ein Klavierbauer macht
Ein Klavierbauer macht aufgequollene Tastengarnierungen gängig, befreit träge Mechanikteile und prüft Saiten und Wirbel auf Korrosion; klemmende Tasten gängig zu machen dauert meist 1–2 Stunden. Wo sich der Raum schwer regulieren lässt, hält ein eingebautes Feuchtigkeitsregulierungssystem wie Dampp-Chaser das Klavier selbst auf einem stabilen Niveau. Ist die Luftfeuchtigkeit stabil, hält eine Stimmung viel länger.
Ein Klavier hält etwa 18–20 Tonnen Saitenzug. Wenn Sie für eine Reparatur die Mechanik öffnen, Stimmwirbel drehen oder in der Nähe der Saiten arbeiten müssten, überlassen Sie das einem Klavierbauer.