Die Seriennummer ist die Geburtsurkunde des Klaviers. Die Hersteller haben ihre Instrumente fortlaufend nummeriert, so wie sie die Fabrik verließen. Kennen Sie Nummer und Marke, können Sie also das Baujahr nachschlagen. Meist steht die Nummer auf der gusseisernen Platte, dem goldfarbenen Metallrahmen, der die Saiten trägt. Hier erfahren Sie, wo Sie beim Klavier und beim Flügel suchen sollten, wie die Nummer aussieht und was Sie tun können, wenn Sie sie nicht finden.
Beim Klavier (Pianino)
Ein Klavier steht an der Wand, seine Saiten verlaufen senkrecht. Beginnen Sie oben: Klappen Sie den Deckel auf und schauen Sie hinein.
Auf der Platte, nahe den Stimmwirbeln
Öffnen Sie den Deckel und leuchten Sie mit der Taschenlampe auf die Platte. Suchen Sie die Oberkante entlang, nahe den Reihen der Stimmwirbel, vor allem ganz links und ganz rechts. Die Nummer ist ins Eisen eingeschlagen oder schwarz oder golden aufgemalt. Bei den meisten Klavieren steht sie hier.
Weiter unten auf der Platte, hinter dem Notenpult
Ist an der Oberkante nichts zu sehen, suchen Sie weiter unten auf der Platte. Bei manchen Klavieren steht die Nummer auf einer glatten Fläche zwischen den Streben der Platte, hinter dem Notenpult. Das Oberrahmenbrett über den Tasten lässt sich oft herausnehmen, dann sehen Sie besser. Geht es nicht leicht ab, fragen Sie einen Klavierbauer.
Auf der Rückseite des Klaviers
Ziehen Sie das Klavier ein Stück von der Wand weg und schauen Sie sich die Rückseite an. Manche Hersteller stempeln die Nummer auf den Resonanzboden, auf einen der hölzernen Rastenbalken oder auf ein Etikett weiter oben. Das ist bei kleineren Klavieren, Spinetten und Konsolenklavieren häufig.
Unter der Klaviatur oder auf dem Spieltisch
Bei manchen älteren Klavieren ist die Nummer in den hölzernen Spieltisch unter den Tasten oder in den Rahmen gestempelt, auf dem die Tasten liegen. Ohne die Klaviatur auszubauen, sehen Sie sie nicht. Überlassen Sie das deshalb einem Klavierbauer.
Beim Flügel
Beim Flügel liegen die Saiten waagerecht. Stellen Sie den Deckel mit der Deckelstütze auf und schauen Sie von der Klaviatur aus auf die Platte.
Auf der Platte, unter dem Notenpult
Die häufigste Stelle: auf der Platte nahe den Stimmwirbeln, direkt hinter dem Notenpult. Viele Notenpulte lassen sich herausziehen oder abnehmen. Nehmen Sie es zuerst ab, wenn es im Weg ist, und suchen Sie die Reihe der Stimmwirbel von links nach rechts ab.
An anderer Stelle der Platte oder auf dem Resonanzboden
Steht sie nicht bei den Wirbeln, folgen Sie der Platte auf beiden Seiten in Richtung Schwanz. Manche Hersteller setzen die Nummer auf eine glatte Fläche der Platte im Bass oder Diskant oder daneben auf den Resonanzboden, wo Sie sie zwischen den Saiten lesen können.
Am Gehäuse, am Klaviaturrahmen oder auf der Unterseite
Manche Flügel tragen die Nummer zusätzlich an der Innenseite der Zarge, am Klaviaturrahmen unter den Tasten oder auf der Unterseite des Instruments. Nutzen Sie diese Stellen eher zur Kontrolle als für den Anfang. Der Klaviaturrahmen ist Sache des Klavierbauers: Dafür muss die Mechanik ausgebaut werden.
So sieht eine Seriennummer aus
Auf einem Klavier stehen mehrere Nummern, und nur eine davon ist die Seriennummer. So unterscheiden Sie sie.
- No. 248117Seriennummer
Seriennummer
Eine alleinstehende Zahl mit 4 bis 7 Ziffern, manchmal mit „No.“ davor. Sie ist in die Platte eingeschlagen oder aufgemalt und steht manchmal auch auf einem Etikett.
- U1Keine Seriennummer
Modell
Buchstaben mit einer kurzen Zahl bezeichnen das Modell, nicht das einzelne Instrument. Sie finden sie oft auf der Rückseite oder innen im Gehäuse.
- PAT. JUNE 3 1879Keine Seriennummer
Patentdatum
Ein Datum nach „Pat.“ oder „Patented“ sagt Ihnen, wann eine im Klavier verwendete Erfindung patentiert wurde. Das Klavier selbst kann Jahrzehnte jünger sein.
- 4 B 7Keine Seriennummer
Gussnummer
Erhabene Zeichen, die ins Eisen gegossen sind, oft nahe den Rändern der Platte, sind Teilenummern der Gießerei. Seriennummern sind eingeschlagen oder aufgemalt, nicht erhaben.
- 1 – 88Keine Seriennummer
Tasten- und Teilenummern
Kleine Zahlen auf Tasten, Hämmern oder Teilen der Mechanik markieren deren Position oder sind die eigene Seriennummer des Mechanikherstellers. Die Nummer des Klaviers sind sie nicht.
Unsere Suche verwendet nur Ziffern. Enthält Ihre Nummer einen Buchstaben, ein Leerzeichen oder einen Bindestrich, geben Sie nur die Ziffern ein.
Wenn Sie sie nicht finden
Keine Sorge: Manche Nummern sind einfach schwer zu erkennen. Alte Farbe, Staub und schwaches Licht verbergen vieles.
- Nehmen Sie eine helle Taschenlampe und leuchten Sie flach über die Platte. Eingeschlagene Ziffern werfen kleine Schatten, die leichter zu lesen sind als das Metall selbst.
- Machen Sie mit dem Handy ein Foto mit Blitz und zoomen Sie hinein. Die Kamera erfasst oft Ziffern, die dem Auge entgehen.
- Wischen Sie den Staub vorsichtig mit einem trockenen Tuch ab. Verwenden Sie keine Flüssigkeiten an Platte oder Saiten.
- Wurde das Klavier überholt oder neu lackiert, ist die Nummer vielleicht übermalt. Ein Klavierbauer findet sie meist trotzdem oder kann das Klavier anhand von Bauweise und Teilen datieren.
- Sehen Sie in alten Unterlagen nach: Kaufbelege, Versicherungsunterlagen und Stimmprotokolle enthalten oft die Seriennummer.
Fragen
Ist die Seriennummer dasselbe wie die Modellnummer?
Nein. Die Modellnummer (etwa U1 oder Model M) teilen sich alle Klaviere dieser Bauart. Die Seriennummer gehört nur zu Ihrem Klavier und verrät, wann es gebaut wurde.
Wie viele Ziffern hat eine Klavier-Seriennummer?
Meist 4 bis 7. Ältere Klaviere und kleine Hersteller haben kürzere Nummern, große Hersteller wie Yamaha und Kawai haben 7 Ziffern erreicht.
Können zwei Klaviere dieselbe Seriennummer haben?
Nicht vom selben Hersteller. Verschiedene Marken haben aber durchaus gleiche Nummern, deshalb fragt die Suche auch nach der Marke.
Verrät mir die Seriennummer, was mein Klavier wert ist?
Sie verrät das Alter, und das ist ein Teil des Werts. Zustand, Marke, Modell und die Pflege der letzten Jahre zählen mehr. Eine Begutachtung durch einen Klavierbauer gibt Ihnen das vollständige Bild.
Kann ich das Klavier gefahrlos öffnen, um nachzusehen?
Den Deckel eines Klaviers aufzuklappen oder den Deckel eines Flügels aufzustellen, ist unbedenklich. Berühren Sie aber weder Saiten noch Stimmwirbel, und überlassen Sie den Ausbau von Klaviatur oder Mechanik einem Klavierbauer.